Verbraucher-Tipps
Für diese Tip-Sammlung ist jede Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit ausgeschlossen. Sie ist nur eine Anregung zur genaueren Prüfung des Themas.

Sozialhilfeempfänger bekommen PKV bezahlt !

Für Sozialhilfeempfänger die privat krankenversichert sind, muss der Sozialhilfeträger die Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung voll übernehmen. Bisher wurde nur maximal so viel bezahlt, wie für einen gesetzlich versicherten Arbeitslosengeld-II-Empfänger nötig war. Auf dem Differenzbetrag blieben die Sozialhilfeempfänger sitzen. Dem Versicherten als schwächstes Glied der Kette könne es nicht zugemutet werden, diese Kosten zu tragen.
LSG Baden-Württemberg, Az.: L 2 SO 2529/09 ER-B und L 7 SO 2453/09 ER-B
 

Existenzgründer: Geringere Beiträge bei der GKV !?                                                                                                                                              

Existenzgründern mit monatl. Einnahmen unter 1.837,50 EUR hat die Gesundheitsreform niedrigere Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung in Aussicht gestellt.  Diese Erwartungen werden aber in vielen Fällen enttäuscht. Der Gesetzgeber hat die Senkung des Mindestbeitrages entgegen früherer Ankündigung an eine strenge Bedürftigkeitsprüfung geknüpft. Sobald der Ehegatte oder der Lebenspartner z.B. steuerpflichtige Einkünfte aus einem Job, aus Vermietung oder Verpachtung hat, entfällt der Anspruch auf den neuen Mindestbeitrag von ca. 183,- EUR! Das gilt bei Immobilienbesitz sogar dann, wenn der Eigentümer mit dem Objekt nur Verluste erwirtschaftet. Keine Rolle spielt es hingegen, ob der Partner gesetzlich oder privat krankenversichert ist.
 

WARNUNG vor Wahltarifen der GKV!?                                                                                                                                                                   

Ist Ihnen bekannt,
dass die Bindefrist bei den Wahltarifen 3 Jahre beträgt (Ausnahme Härtefälle),
dass freiwillig Versicherte (mit Wahltarif) für drei Jahre das Kündigungsrecht verlieren und in dieser Zeit nicht mehr wechseln können?
(SGB V § 53)
 
 

WARNUNG:  BAV - Staatlich geförderte Enteignung!?                                                                                                                                            

Verbraucherschützer warnen aktuell auf der Homepage (www.bav-verband.de) unter der Rubrik “Aufreger 1/07” massiv vor Direktversicherungen und sonstigen Formen der betrieblichen Altersversorgung per Gehaltsumwandlung. Bei dieser Form zahlt der Arbeitnehmer Beiträge aus seinem Bruttogehalt in eine vom Arbeitgeber organisierte betriebliche Altersversorgung.

Diese Anlageform unterlag bisher schon verschiedenen Einschränkungen:

  • Keine Verfügbarkeit über das Guthaben vor Vollendung des 60. Lebensjahres!
  • Abtretung und Verpfändung der Anlage werden vom Gesetzgeber untersagt!
  • Bei vorzeitiger Kündigung müssen die Subventionen zurückgezahlt werden!
  • Schrittweise Anhebung der ehemals minimalen Beitrags-Pauschalversteuerung!

In letzter Zeit sind aber noch weitere Negativ-Aspekte aufgetreten, die nach Meinung neutraler Fachleute gegen den Abschluss oder die Fortführung derartiger Verträge sprechen:

  • Ab 2009 fällt bei Gehaltsumwandlungen der Sozialversicherungsvorteil weg!
  • Bereits ab 2004 werden Ablaufsummen und Renten mit Sozialabgaben belastet!
  • Bei Neuabschlüssen ab 2005 werden sämtliche Gewinne nachgelagert besteuert!
  • Bei vorzeitiger Kündigung steht das auszuzahlende Guthaben dem Arbeitgeber zu*!

(* rechtskräftiges Urteil des OLG Hamm)
 

Erbschaftssteuer verhindern!                                                                                                                                                                                  

Stirbt ein Vertragsinhaber von Lebens- oder Rentenversicherungen, so erhalten die Begünstigten die Leistungen aus diesen Versicherungen. Diese erhalten vielfach aber auch ein Schreiben vom Finanzamt, nämlich mit der Festsetzung der (teilweise erheblichen) Erbschaftssteuer. Dabei ist es gleichgültig, ob die betreffenden Personen verheiratet sind (waren) oder nicht. - Das muss nicht sein! - Zumindest nicht, wenn das Ableben des Vertragsinhabers vorhersehbar oder kalkulierbar ist. Auch wenn es vielleicht makaber klingen mag. In so einem Fall sollte ganz schnell ein Wechsel vorgenommen werden. Der bisherige Versicherungsnehmer überträgt die Versicherungsnehmereigenschaft der begünstigten Person, bleibt aber die versicherte Person. Dann kann nämlich keine Erbschaftssteuer anfallen, weil der/die neue VersicherungsnehmerIn dann ja Leistungen aus dem eigenen Vertrag erhält. Einen Musterbrief (PDF) finden Sie hier . Natürlich kann so eine Versicherung von Beginn an in so einer Konstruktion abgeschlossen werden. Bei unverheirateten kann dann aber noch immer Schenkungssteuer anfallen, wenn die Beiträge nicht vom wirklichen Vertragsinhaber (Versicherungsnehmer) gezahlt wurden, sondern von der versicherten Person. Unverheiratet Lebenspartner müßten dieses u.U. ebenfalls umgehen können, wenn die Beiträge z.B. von einem gemeinsamen Konto gezahlt werden. Denn dann ist für das Finanzamt nicht mehr nachvollziehbar, wer wirklich die Beiträge gezahlt hat. Die o.g. Steuern kommen natürlich erst dann zum Tragen, wenn die relativ geringen Freibeträge überschritten werden, was bei Todesfall-Leistungen sehr schnell der Fall sein kann.
   

Nachzahlung bei gekündigter Lebens-/Rentenversicherung!                                                                                                                                 

Für Lebens- oder Rentenversicherungen, die zwischen Mitte 1994 und Mitte 2001 abgeschlossen und vorzeitig wieder gekündigt wurden, haben die  Versicherungsunternehmen deutlich zu geringe Rückzahlungen geleistet. Betroffene sollten unbedingt eine Neuberechnung der Rückzahlung und eine Nachzahlung verlangen und sich hierbei auf die BGH-Urteile vom 12.10.2005 (IV ZR 162/03, 177/03, 245/03) berufen. Musterbriefe sind bei der Verbraucherzentrale und www.vzhh.de zu finden. Außerdem laufen für bestimmte Vertragsformen Sammelklagen. Auch hieran können sich Betroffene günstig (30,- EUR) beteiligen:  Verbraucherzentrale Hamburg, Kirchenallee 22, 20099 Hamburg. Per Fax: 040-24 832-290.
 

Sinn und Unsinn der dynamischen Anpassung.                                                                                                                                                      

Vielfach werden Lebens- und Rentenversicherungen mit einer dynamischen Anpassung versehen. Das ist im Prinzip richtig, um die Kaufkraft, die durch Inflation bis zum Vertragsende erheblich gemindert wird, zu erhalten. Für die Vertragsrendite ist die Dynamik jedoch ein echter Renditekiller. Die höchst Rendite entfällt nämlich auf die Beiträge des ersten Versicherungsjahres. Dann ist der Zinseszinseffekt durch die lange Restlaufzeit (z.B. 25 Jahre) sehr hoch. Der Mehrbeitrag im zweiten Jahr hat nur noch einen Zinseszinseffekt von z.B. 24 Jahren usw. Auf die dynamische Erhöhung im letzten Jahr gibt es gar keinen Zinseszinseffekt mehr. Wer es aber bevorzugt, die Inflationsrate auszugleichen und eine Dynamisierung vereinbart, der sollte darauf achten, dass der Dynamik- oder Anpassungssatz nicht zu hoch ist. Die Inflationsrate  bewegt sich in der Regel jährlich um 2 bis 2,5%. Die Mindest Dynamisierung liegt im Allgemeinen aber bei 5% und das ist für den Inflationsausgleich zu hoch! - Was also tun? Vereinbaren Sie die Mindestanpassung von z.B. 5%. Ab dem 2. Versicherungsjahr weisen Sie die Dynamisierung jedes zweite Jahr zurück. Somit wird Ihr Vertrag nur jedes 2. Jahr um 5% erhöht, also im Durchschnitt rund 2,5%. Und dann passt alles zusammen.
Anmerkung:  Sie haben grundsätzlich das Recht, die eine oder andere dynamische Anpassung zu verweigern, oder diese sogar im Laufe der Vertragsdauer ganz zu kündigen. In der Regel fallen Sie automatisch aus der Anpssung raus, wenn Sie drei Anpssungen in Folge verweigert haben. Ist die Dynamisierung dauerhaft fortgefallen, ist eine Wiederaufnahme nicht möglich. Jedes zweite Jahr zu verweigern ist also kein Problem. Im Falle der Zurückweisung müssen Sie den Nachtrag zum Versicherungsschein an den Versicherer zurückschicken und kurz mitteilen, daß Sie nur für dieses Jahr keine Anpassung wünschen.
 

Konstante Rente meist besser!                                                                                                                                                                               

Bei einer privaten Rentenversicherung besteht in der Regel die Wahl, ob später eine dynamische oder eine konstante Rente gezahlt werden soll. Eine dynamische Rente beginnt relativ gering und wird mit jedem Jahr des Rentenbezuges etwas höher. Eine konstante Rente beginnt deutlich höher, bleibt aber während der ganzen Rentenbezugszeit gleich. Mindestens zwei Gründe sprechen dafür, die konstante Rente zu wählen: Einerseits wird in Zeiten zu denen noch ein höherer Geldbedarf besteht, nur eine kleine Rente gezahlt. Andererseits weiß kein Mensch, wie alt er wird. Wenn man einmal anhand der durchschnittlichen Lebenserwartung durchrechnet, wieviel man insgesamt bei beiden Formen an Rente erhalten würde, stellt man fest, dass man mit einer dynamischen Rente nur dann ein gutes Geschäft macht, wenn man steinalt wird. Somit dürfte auch klar sein, warum die Gesellschaften gerne die dynamische Rente verkaufen möchten. Es gibt aber auch die teildynamische Rente, die ein Mix aus beiden Systemen ist. In so einem Fall bleibt zu prüfen, welche Form sinnvoller ist.
 

Berufsunfähigkeitsversicherung als Direktversicherung!                                                                                                                                        

Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch eine selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung als Direktversicherung nach § 3 Nr. 63 EStG steuerbefreit. Dies hat das Bundesfinanzministerium in einem BMF-Schreiben vom 01.08.2006 (Az. IV C 5 - S 2333 - 87/06) bestätigt. Demnach muss die Auszahlung der Berufsunfähigkeitsversicherung in Form einer lebenslangen Rente oder im Rahmen eines Auszahlungsplans mit anschließender lebenslanger Teilkapitalverrentung erfolgen.
 

Erneut Senkung des Garantiezinses!                                                                                                                                                                     

Erwartungsgemäß hat der Bundesrat der Absenkung des Höchstrechnungszinses (der garantierten Zinsen) für Lebens- und Rentenversicherungen sowie Pensionsfonds mit Wirkung ab dem 1. Januar 2007 auf 2,25% zugestimmt. Dieses wirkt sich nur auf Verträge aus, die nach diesem Zeitpunkt an abgeschlossen werden. An bestehenden Verträgen ändert sich nichts. Die bei Vertragsabschluss geltende Garantieverzinsung gilt für die ganze Vertragsdauer. Zuletzt erfolgte Anfang 2004 eine Absenkung von 3,25 auf 2,75%. Auf die Ablaufleistung einer Lebens- oder Rentenversicherung hat der Garantiezins nur geringen Einfluss, da zur garantierten Leistung die aus den tatsächlichen Kapitalerträgen erwirtschaftete Überschussbeteiligung hinzukommt. Die Gesamtverzinsung von Lebens- und Rentenversicherungsverträgen liegt 2006 bei den meisten Unternehmen einschließlich Schlussgewinnanteil zwischen 4,4 und 5,2% Wer sich aber noch den um 0,5% höheren Garantiezins für die ganze Vertragsdauer sichern will, muß noch in diesem Jahr eine Lebens- oder Rentenversicherung (spätester Beginn 01.12.2006) abschließen.
 

Britische Lebensversicherungen eine Schatzinsel?                                                                                                                                               

Für ihr Sicherheitsbewußtsein nehmen die meisten Deutschen auch geringere Renditen in Kauf. Viele (rund 800.000) haben ihre Vorsorge jedoch bei den Briten mit den enormen zweistelligen Renditeversprechungen abgeschlossen. Denen ist offenbar entgangen, daß die Versprechungen mit einer Fußnote "Keine Garantie für die Zukunft" versehen sind. Auch jenseits des Ärmelkanals gehören Lebensversicherungen mit Renditen von 10% und mehr schon lange der Vergangenheit an. Für heutige Verträge sind rund 6% (+/- 1%) real. Es kommt aber hinzu, daß das Risiko bei den britischen Policen extrem viel höher ist. Deutsche Versicherer dürfen von den Kundengeldern maximal 35% in Aktien investieren. - Die Briten bis zu 80%!! Außerdem gibt es dort meist keine Garantieverzinsung, sondern nur den garantierten Kapitalerhalt mit Null-Rendite. Die Deutschen hingegen haben derzeit zumindest eine Zinsgarantie von 2,75%. Und im Falle der Insolvenz eines britischen Versicherers gibt’s dann richtig Probleme für die deutschen Kunden. Der britische Feuerwehrfonds des Financial Services Compensation Scheme greift ausdrücklich nur bei Verträgen, die auf der Insel geschlossen wurden! Und die deutsche Auffanggesellschaft Protektor, die in so einem Fall hilft, ist ausdrücklich für Policen britischer Anbieter nicht zuständig! Auch im Falle der vorzeitigen Kündigung können herbe Einbußen eintreten. In diesem Fall besteht in der Regel nämlich kein Anspruch auf Rendite- oder Bonuszahlungen. Es will also gut überlegt sein, ob rund 1% oder 1,5% höhere Renditechancen ein so unkalkulierbares Risiko wert sind.
 

Raub: Ein Fall für die Hausratversicherung.                                                                                                                                                           

Wie der Name schon sagt, ist in erster Linie das Hab und Gut in den eigenen vier Wänden gegen Feuer-, Einbruch-Diebstahl-, Vandalismus-, Leitungswasser-, Sturm-, Hagel-Schäden uvm. versichert. In einigen Fällen tritt die Hausratversicherung - zumindest teilweise - aber auch für Schäden ein, die außerhalb der Wohnung vorkommen. So zum Beispiel bei einem Raub auf der Straße, bei dem die Handtasche samt Inhalt geraubt wurde. - Aber Achtung: Nicht alles, was nach Raub aussieht, ist auch einer! Es ist nach der gängigen Rechtsauffassung nur dann ein Raub, wenn die Wegnahme mittels Gewalt oder der Androhung von Gewalt erfolgte.
  

Privat-Rente: Versicherung genau prüfen  (HAN 20.09.06)                                                                                                                                                                                        

Wer sich vor dem Abschluß einer privaten Rentenversicherung genau informiert, kann im Alter mehrere Tausend Euro gutmachen. Wie die Stiftung Warentest mitteilte, liegen Welten zwischen “sehr Guten” und schwachen Angeboten. So kann man aus einer Sparsumme von 100 Euro pro Monat über 30 Jahre eine monatliche Rente von bis zu 360 Euro (Garantierente) machen - oder aber mit nur 240 Euro abgespeist werden. Von 55 getesteten Produkten erreichte nur jedes elfte die Bestnote.
Tipp: Also vorher unbedingt vergleichen!
 

Frauen sind komplexer als Männer...                                                                                                                                                                    

... - zumindest finanziell betrachtet. Sie sind häufig gut ausgebildet und im Beruf erfolgreich – nur nicht bei den eigenen Finanzen. Viele Frauen beachten nicht, daß die finanzielle Lebensplanung (Vorsorge) anders aussehen muß, als bei Männern. - Das ist übrigens auch bei vielen Banken, Versicherungen usw. noch nicht angekommen.  Ein paar Fakten zum Nachdenken:
   Frauen verdienen in gleicher Position je nach Branche rund 10 bis 20 Prozent weniger als Männer, so das Statistische Bundesamt.
   Die staatliche Versorgung von Frauen ist daher schon wegen des niedrigeren Einkommens geringer als bei Männern.
   Frauen haben in der Regel deutlich weniger Beitragszeiten (Einzahlungszeiten in die Sozialversicherung) als Männer. - Also weniger Anspruch.
   Weil sie im Schnitt rund fünf Jahre länger leben muß das Kapital länger reichen. Somit fällt die Rente geringer aus, als bei der gleichen privaten Männervorsorge.
   Im Falle einer Scheidung bleiben die Kinder fast immer bei der Mutter.
Das sind u.a. die Gründe dafür, daß Rentnerinnen in Westdeutschland in 2004 durchschnittlich mit 467,- Euro auskommen mußten. - Männer haben im Durchschnitt 988,- Euro Rente vom Staat erhalten. Anstatt diese und weiter Faktoren zu berücksichtigen, sorgen Frauen - in den Zeiten, in denen es noch möglich wäre - deutlich geringer vor, als Männer es tun. Deshalb ist für Frauen das Risiko rund dreifach höher, in die befürchtete Altersarmmut zu rutschen. Bei diesem Thema bleibt die viel gepriesene weibliche Umsicht anscheinend auf der Strecke.
 

Fürs Alter vorsorgen ab 50?                                                                                                                                                                                   

Ab Mitte 40 dämmert vielen Deutschen, daß sie gegen die berüchtigte Versorgungslücke im Alter etwas unternehmen müssen. Die gute Nachricht ist: Mit verstärktem Engagement funktioniert die private Vorsorge sogar noch ab 50. Allerdings: Ohne individuelles Vermögensmanagement könnte es für viele spätestens mit 70 finanziell eng werden”, mahnt die Verbraucherzentrale. Wie viel Geld kann der Einzelne erwarten? Wie fördert der Staat die private Vorsorge? Lohnt der Einstieg ab 50? Sind Förderarten der betrieblichen Altersvorsorge kombinierbar? – Antworten darauf hat der Ratgeber “Finanz-Fahrplan ab 50”, den die Verbraucherzentrale herausgegeben hat. Der Ratgeber zeigt, wie man auf dem Fundament der gesetzlichen Rente den individuellen Mix hinbekommt. Das Buch stellt neben praktischen Tipps u.a. auch altersgerechte Risikovorsorge für Invalidität, Pflege und Tod vor. Enthalten sind auch Ratschlägen zur Zukunftsplanung – vom gelegentlichen Nebenjob bis zur finanziellen Regelung des Erbes. Den Ratgeber “Finanz-Fahrplan ab 50” gibt es für 9,80 Euro im Infozentrum der Verbraucherzentrale (Mo - Fr 10 – 18 Uhr). Zu bestellen für 12,30 Euro per Post mit formloser Einzugsermächtigung bei der Verbraucherzentrale Hamburg, Kirchenallee 22, 20099 Hamburg, oder gegen Rechnung per Telefon 040-24832-0, per Fax 040-24832-290 oder Internet www.vzhh.de (Geben Sie dort im Suchfeld oben rechts ein: Vorsorge ab 50).
 

Kein Geld, keine Krankenversicherung                                                                                                                                                                 

Freiwillige Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse sollten tunlichst darauf achten, nicht mit mehr als einem Monatsbeitrag in Zahlungsrückstand zu geraten. Anderenfalls droht der gnadenlose Rausschmiß. Sie können auf Dauer ihren Versicherungsschutz verlieren und sich allenfalls noch privat versichern. Aber auch Privaten wollen die Beiträge haben, sind aber nicht ganz so schnell. Sollte es bei einer privaten Krankenversicherung zur Untersagung der Versicherungsleistung mangels Beitragszahlung kommen, so hat die Versicherung trotzdem einen Anspruch auf die Beiträge für die gesamte vertragliche Erstbindung oder bis zum Ende der Versicherungsperiode. Bei Neuverträgen beträgt die vertragliche Erstbindung in der Regel zwischen 1 bis 3 Jahre. Versicherte, die in diese “Falle” gestolpert sind, sollten im Falle einer Beitragserhöhung sofort vom außerodrdentlichen Kündigungsrecht Gebrauch machen und den Vertrag sofort kündigen. So kann verhindert werden, daß die Versicherung noch weitere Beiträge einfordern kann, z.B. bis zum Ende der laufenden Versicherungsperiode.
 

Unfall nach Bewußtseinsstörung?                                                                                                                                                                          

In der Regel sind Unfälle in Folge von Bewußtseinsstörungen bei der Unfallversicherung ausgeschlossen! Tritt also vor dem Unglück eine Ohnmacht ein und geschieht der Unfall im Hinblick auf Alkohol- oder Drogeneinfluß, so besteht gemäß den Versicherungsbedingungen kein Versicherungsschutz. Manche Anbieter schließen Unfälle unter Alkoholeinwirkung gegen einen Mehrbeitrag allerdings mit ein. Da es verschiedene abweichende Regelungen gibt, sind die jeweiligen Versicherungsbedingungen immer maßgeblich.
 

Versicherungsbetrug kein Kavaliersdelikt!                                                                                                                                                             

Nach einer Umfrage im Auftrag eines Versicherungsunternehmens halten viele Versicherte den Versicherungsbetrug eher für ein Kavaliersdelikt. Das ist er aber nicht! Versicherungsbetrug wird - lt. Verbraucherzentrale NRW - nach dem Strafgesetzbuch mit bis zu fünf Jahren Gefängnis geahndet. Die Versicherungsunternehmen gehen verstärkt dazu über, fragwürdige Schadenfälle durch betriebsfremde Dienstleistungsunternehmen recherchieren zu lassen oder eigene Ermittler einzusetzen.
 

Wie ist die Rente zu versteuern?                                                                                                                                                                           

Daß auch auf private Renten Steuern zu zahlen sind ist sicherlich bekannt. Wie hoch diese aber ist, entzieht sich vielfach der Kenntnis. Die folgende kleine Übersicht soll helfen, die Steuerlast einschätzen zu können. Zu beachten ist, daß der Ertragsanteil der Anteil von der Rente ist, der zu versteuern ist und nicht der Steuersatz.
Ertragsanteil von privaten Renten mit Kapitalwahlrecht
Rentenbeginn mit...         Ertragsanteil %
     60 - 61 ...............................22                                     Beispiel:
        62 ..................................21                                      Die Rentenzahlung beginnt mit 65 und beträgt monatlich 1.000,- EUR.
        63 ..................................20                                      In diesem Fall sind 18% von 1.000,- = 180,- EUR zu versteuern.
        64 ..................................19                                      Bei einem Steuersatz von z.B. 30% würden 54,- EUR Steuern fällig werden (30% von 180,-).
     65 - 66...............................18                                       Es würden somit 946,- EUR reale Rente verbleiben.
        67 ..................................17                                      Wäre der Rentenbeginn z.B. mit 60, so wäre die Rente auf  934,- EUR geschrumpft.
        68 ..................................16    
Privaten Rentenversicherungen sollten also nicht zu knapp kalkuliert werden, denn “Vater Staat” hält auch hier die Hand auf. Wobei diese Besteuerung (in diesem Beispiel ganze 5,4% von der Rente) noch recht moderat ausfällt.
 

Wie viel Kapital ist für die Rente nötig?                                                                                                                                                                

Die gesetzliche Rente allein reicht bei weitem nicht mehr aus, um auch während der 60plus-Freizeit den gewohnten Lebensstandard beizubehalten. Deshalb gibt es die private Altersvorsorge. Und deshalb sollte rechtzeitig zum Rentenbeginn ein ansehnliches Vermögen auf der hohen Kante sein. Wieviel Kapital ist jedoch nötig, damit daraus jeden Monat 1.000 Euro Rente werden? Das hängt von der Laufzeit der Auszahlungen und der Rendite ab, die der verbleibende Kapitalstock erreicht.
Ein paar Beispiele:
Nötiges Kapital für eine Rente (mit Kapitalaufzehrung) von 1.000 Euro monatlich für die u.g. Rentendauer.
                            Anlagebetrag bei ...% Rendite des angelegten Kapitals
Rentendauer             3 %               4 %                5 %                6 %                7%
  15 Jahre             145.600          136.400          128.000          120.400          113.500
  20 Jahre             181.500          166.700          153.600          142.200          132.000
  25 Jahre             212.400          191.600          173.800          158.500          145.200
  30 Jahre             239.100          212.000          189.500          170.600          154.600
 

Unfallversicherung - Sinnvoll für wen?                                                                                                                                                                  

Eine Unfallversicherung ist besonders für Personen sinnvoll, die gar nicht oder nur unzureichend durch gesetzliche Rentenansprüche sowie durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgesichert sind. Dazu gehören insbesondere Hausfrauen, Kinder, Schüler, Studenten, Berufstätige mit geringer beruflicher Qualifikation oder risikoreicherem Arbeitsumfeld wie Bauarbeiter oder Dachdecker. Aber auch alle anderen Personen, die noch kein besonders langes Arbeitsleben hinter sich - und somit kaum Rentenansprüche gegenüber dem Staat haben.
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Für Kinder sollte man eine Versicherungssumme von bis zu 200.000 Euro wählen. Die anderen müssen sich überlegen, wie hoch der monatliche Bedarf nach einem Unfall sein könnte. Neben der einmalig auszuzahlenden Invaliditätssumme sollte auch über eine Unfallrente nachgedacht werden. Gleichzeitig warnen Verbraucherschützer  vor mehrjährigen Verträgen und Scheinrabatten von Versicherungsvertretern. “Schließen Sie lieber einen Einjahresvertrag ab, der sich jeweils um ein weiteres Jahr verlängert, wenn nicht gekündigt wird.”
 

Sicherheit für das Depot?                                                                                                                                                                                       

- Um Geld anzulegen, gelten Anleihen als eine verhältnismäßig sichere Möglichkeit.
Eine Depotmischung aus Bundeswertpapieren, Unternehmensanleihen und sonstigen Schuldverschreibungen (möglichst mit gestaffelten Laufzeiten) werden von Experten oft empfohlen. Doch auch bei den vermeintlich sicheren Investitionen kann einiges “in die Hose” gehen.
- Zahllose Kleinanleger interessierten sich gegen Ende der 90er Jahre für Argentinien. Wie auch andere Länder finanzierte sich Argentinien u.a. über so genannte Staatsanleihen - also über Geld, das dem Land als Kredit gewährt wurde.
- Die Anleihen waren sehr beliebt. Einerseits wegen der rund zehn Prozent Zinsen, andererseits wegen der Bindung des argentinischen Peso an den Dollar. Auch in Deutschland wurden diese Papiere von vielen Banken verkauft.
- Ende 2002 war es jedoch vorbei mit der üppigen Rendite! Nach drei Jahren der Rezession konnte Argentinien seine enormen Schulden nicht mehr bedienen. Die Dollar-Bindung wurde aufgegeben, die Wirtschaft brach schlicht zusammen. Die Anleger bekamen nach zähen Verhandlungen gerade einmal 30 % ihres Geldes zurück. Manche betreiben noch heute Gerichtsverfahren, um mehr zurückzuholen.
- Spätestens seit diesem Desaster ist klar, was Anlegerschützer schon lange predigen: Anleihen sind keine grundsätzlich sichere Anlage. Aber sie können ein stabilisierendes Element im Depot sein - wenn Regeln beachtet werden.
 

Unfallversicherung - Was ist ein Unfall?                                                                                                                                                                 

- Statistisch passiert in Deutschland alle vier Sekunden ein Unfall, das sind über 20.000 pro Tag. Viele Betroffene können nach so einem Unglück wochenlang nicht arbeiten oder werden sogar erwerbsunfähig. Eine private Unfallversicherung kann zumindest die finanziellen Folgen auffangen und so vor dem möglichen Ruin schützen.
Die Unfallversicherung gehört in Deutschland zu den am häufigsten abgeschlossenen Policen. Aber nicht alles ist ein Unfall. Ein versicherter Unfall setzt voraus, daß die  versicherte Person durch ein plötzlich von außen auf den Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet. Zu beachten ist, daß es je nach Gesellschaft bzw. Bedingungswerk Erweiterungen bzw. Ausdehnungen des Unfallbegriffs gibt.
- Es sollte geprüft werden, ob z.B. Schäden an Muskeln oder Knochen durch übermäßige Kraftanstrengung oder psychische Folgen nach einem Unfall versichert sind. Weiterhin z.B. die Frage, ob kosmetische Operationen (nach einem Unfallschaden) versichert sind und ob sich diese auch auf Zahnersatz erstrecken uvm.
- Man sollte sich jedoch davor hüten, einen Unfall vorzutäuschen. Die Spezialisten sind so fähig, daß nahezu alle Manipulationsfälle aufgedeckt werden. Neben dem Schaden hat man dann auch noch das Strafverfahren “am Hals”.
 

Unwetter - Was ist wo versichert?                                                                                                                                                                          

- Unwetterschäden häufen sich und können mehrere Versicherungen betreffen. Prüfen Sie deshalb Ihre Policen genau. Gegebenenfalls sollte der Versicherungsschutz erweitert werden.
- Die Wohngebäudeversicherung tritt zum Beispiel bei Sturmschäden ausschließlich für Schäden am Haus und erst ab Windstärke 8 ein. Unter Umständen brauchen Sie hierüber eine Bescheinigung vom Wetteramt.
- Die Hausratversicherung ist in erster Linie für Möbel und weitere Gegenstände des Haushaltes zuständig.
- Für Schäden am Auto ist die Teilkaskoversicherung des Kraftfahrzeugs zuständig. Hier gibt’s allerdings nur den Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs.
- Es gibt auch Ausnahmen. So werden z.B. durch starke Regengüsse vollgelaufene Keller weder von der Hausrat- noch von der Wohngebäudeversicherung abgedeckt. Durch Blitze beschädigte Elektrogeräte wie Computer oder Fernseher werden dagegen nur dann von der Hausratversicherung übernommen, wenn sog. Überspannungsschäden mitversichert sind. Andererseits sind Überschwemmung, Schneedruck usw. sogenannte Elementarschäden, die nur versichert sind, wenn Elementarschäden ausdrücklich in der Hausrat- und/oder Gebäude-Police eingeschlossen sind.
- Überprüfen Sie Ihren Versicherungsschutz und lassen Sie diese Bereiche im Bedarfsfall einschließen. Sollte eine Erweiterung des Schutzes nicht möglich sein, sollte ein Wechsel der Gesellschaft erwogen werden.